Battambang ist zweitgrößte Stadt im Land und gleichzeitig Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Die Region liegt im Westen des Landes an der thailändischen Grenze und verbindet die Region mit Phnom Penh und Thailand. Damit hat sie sich zu einem wichtigen Knotenpunkt für den Handel und Tourismus im Land entwickelt. Aber nicht nur die Stadt selbst ist ein Magnet für Touristen, auch das Umland - die Reisschüssel Kambodschas genannt - gewährt authentische Einblicke in das tägliche Leben der ländlichen Bevölkerung.
Die wichtigsten Teile der Stadt erstrecken sich entlang den Ufern des Flusses Sangker, der sich in ruhigen Bahnen mitten durch die Stadt windet. Doch obwohl die Stadt etwa 200.000 Einwohner zählt, hat Battambang immer noch eine sehr leicht touristische, provinzielle Atmosphäre. Ein Großteil der Architektur ist auf die französische Kolonialzeit zurückzuführen und gilt als sehr gut erhalten. Hier findet der Reisende neben traditionellen kleinen Läden auch verträumte enge Gässchen, die angenehm zu Fuß erkundet werden können.
(Pailin befindet sich zwar in Battambang, genießt jedoch seit 2001 einen eigenen Status)
Neben dem bekannten Provinzmuseum mit Artefakten aus der Angkorära ist auch eine alte Abfüllanlage von Pepsi Cola für alle Fans der 1960er Jahre ein absolutes Muss.
Die Region ist von Jahrhunderte anhaltenden, kriegerischen Auseinandersetzungen geprägt. Während im 17. und 18. Jahrhundert immer wieder die benachbarten Länder Thailand und Vietnam Teile des Landes eroberten, führte eine Bitte um Unterstützung durch die kambodschanische Führung dazu, dass das Land 1863 unter französisches Protektorat gesetzt und zu einer Kolonie der Franzosen wurde. Nach der Besatzung durch japanische Truppen im Zweiten Weltkrieg kam es nach erneuter Übernahme durch die Franzosen zu Guerillakriegen. Ab 1975 wurde das Land durch das Terrorregime der Roten Khmer geschwächt. Erst nachdem Vietnam seine Truppen endgültig aus dem Land abzog, kam es 1991 zu einem Waffenstillstand.
Wer auf seiner Reise die Stadt verlässt, findet sich schnell in einer ländlichen Umgebung wieder. Im Umkreis von wenigen Kilometern verwandelt sich die Landschaft in kleine Dörfer voller Stelzenhäuser und Reisfelder, die sich bis zum Horizont erstrecken. Die Dorfbewohner können bei der lokalen Produktion von Reispapier, Nudeln oder auf den Fischmärkten besucht werden. Alles ist noch sehr traditionell, allenfalls ein wenig unhygienisch, aber immer eine interessante Erfahrung. Die Straßen in der Provinz sind schlecht befestigt und während der Trockenzeit sehr staubig. Wer hier unterwegs ist, sollte immer einen Hut und ein Tuch dabei haben, mit dem er Mund und Nase bedecken kann.
Die Provinz bietet eine hervorragende Gelegenheit, ein bisschen unberührtes und ländliches Kambodscha kennenzulernen: alte Pagoden, Tempelruinen, Höhlen und Wasserfälle. Einfach in der Stadt ein Tuk Tuk, Moped oder Fahrrad mieten, und schon kann es losgehen.
Beste Reisezeit für die Region ist von November bis Februar, wenn der Fluss weder von Überschwemmungen in der Regenzeit noch von großer Dürre (April und Mai) betroffen ist.
Die Provinz ist bis heute weit davon entfernt, dem Urlauber eine intensive touristische Infrastruktur bieten zu können. Das macht sich nicht nur in den schlechten Straßenverhältnissen bemerkbar, sondern auch bei den Übernachtungsmöglichkeiten. In Battambang entstehen zwar inzwischen zahlreiche Hotelanlagen, hauptsächlich stehen jedoch spartanisch ausgestattete Gästehäuser zur Verfügung. Das Preisniveau bewegt sich für Schlafsäle um die 2 Euro, in Gästehäusern ab etwa 20 Euro pro Nacht im Doppelzimmer bis hin zu hochpreisigen Mittelklassehotels.
Eine direkte Verbindung von Deutschland nach Battambang gibt es nicht. Auch wurde die Zugverbindung von Phnom Penh wegen der schlechten Streckenverhältnisse schon vor Jahren eingestellt.
Zur Übersicht: Reiseziele in Kambodscha