Kampot ist eine der südlichsten Provinzen Kambodschas und liegt direkt an der idyllischen Küste des Golfs von Thailand. Von hier kommen Sie schnell nach Vietnam, wenn Sie eine Kombireise planen. Die Region ist besonders bekannt für ihren schwarzen Pfeffer, der lange Zeit in Gourmetrestaurants als der beste der Welt angesehen war. Auch der sogenannte König der Früchte, die stinkende aber wohlschmeckende Durian, wird hier angebaut. Ein großer Teil der Landschaft wird durch die grüne Vegetation und sanften Hügel des Bokor Nationalparks beherrscht. Entlang des Flusses Teuk Chhou, oder Kampot, und der Küste erstrecken sich außerdem weite Salinenfelder. Der ruhige Alltag und die abgeschiedenen Ecken mit traumhaften Ausblicken sind es, die Kampot zu einem reizvollen Reiseziel machen.
In Kampot herrscht tropisches Wetter, weshalb die beste und trockenste Reisezeit zwischen November und April ist. Wenn Sie Hitze nicht so gut vertragen, empfiehlt es sich aber eher zwischen November und Februar zu reisen, da der April mit bis zu 35°C Durchschnittstemperatur auch der heißeste Monat ist. Wenn Sie ein Interesse an Wasserfällen haben, versuchen sie Ihr Glück gegen Ende der Regenzeit, da deren Ergüsse hier während der Trockenzeit versiegen.
Im Süden der Provinz liegt die Hauptstadt Kampot beidseitig des gleichnamigen Flusses. Am Ostufer werden Sie den belebteren Teil der 40 000-Einwohner-Stadt vorfinden. Besonders beliebt bei Reisenden ist die Uferpromenade, die am Abend zu einem recht quirligen Ort der Karaokebars und Late-Night-Geschäfte wird. Bei einem Spaziergang durch die Straßen der Stadt werden Ihnen die unzähligen Statuen - von Buddha-Abbilder über Nilpferde bis zur steinernen Durian - auffallen. Diese dienen nicht nur der Dekoration, sondern auch als Wegweiser. Sonst sind die Straßen Kampots von mehr oder weniger gut erhaltenen Beispielen französischer Kolonialbauten und Ladenpassagen im chinesischen Stil geprägt. Freunde des Art Deco sollten einen Blick auf die zwei alten Kinos und die ehemalige Residenz des Gouverneurs werfen. Auch die alte, verlassene Bahnstation kurz außerhalb Kampots bietet Futter für Fotohungrige. Wenn Sie sich einen Schauer über den Rücken jagen lassen wollen, bietet sich das alte, noch benutzte und stark überfüllte, Gefängnis als Ziel an.
Die kleine Stadt hat drei Märkte. Davon ist der überdachte Markt im französischen Stil der größte, während der Nachtmarkt eher eine Art Vergnügungspark für Kinder mit einigen Essensständen darstellt. Der alte Markt gibt ein gutes Beispiel regionaler Küche und ist eine Möglichkeit, die Vorzüge der Stinkfrucht herauszufinden. An buddhistischen Tempeln mit schönen Wandmalereien mangelt es auch nicht. Besonders beeindruckend ist das Wat Treuy Koh, dessen imposanter Dachgiebel auf unzähligen goldenen Säulen zu schweben scheint. An chinesischen Tempeln ist der in der Nähe der Neuen Brücke zu empfehlen, da er erst kürzlich renoviert wurde.
In der Provinz werden so einige Exportschlager angebaut: von seinem berühmten Pfeffer bis zur nasekräuselnden Durian. Wenn Sie mehr über die Produktion erfahren wollen, können Sie die meisten Hotels der Stadt an umliegende Hersteller für Touren verweisen. Auf dem Phnom Voir Berg soll es den besten Pfeffer geben, den Sie dann direkt vor Ort kaufen können. Entlang der Küste werden Sie die weiß glitzernden Salzfelder Kampots passieren. Auch eine Tour zu den Herstellern des regional beliebten Palmenweins lohnt sich. Das milchige Getränk schmeckt am besten, wenn es direkt von der Farm kommt.
Die Grenze des Bokor Nationalparks liegt nur wenige Kilometer von der Provinzhauptstadt entfernt. Das Gebiet haust einige seltene Arten wie Tiger und exotische Vögel. Östlich der Hauptstraße führt ein kleiner Weg zu einem Wasserfall, der sich von schwarzen Granitblöcken hinunterstürzt. Der wunderbare Ausblick vom Bokor Hügel über die die Landschaft reicht an guten Tagen bis zum Meer und der Aufstieg ist für die meisten Wanderer kein Problem. Ein schönes Motiv bildet auch das alte, verlassene Hotel aus den 1920ern, welches unter unterschiedlicher Leitung und mit Unterbrechung bis 1972 geführt wurde. Ganz in der Nähe ragen noch die letzten Mauerreste einer Kirche aus dem Boden. Die ungetrübte Stille ist inzwischen jedoch Geschichte. Schon von weitem werden Sie bei der Fahrt auf der neu betonierten Straße ein Beispiel des kambodschanischen Fortschritts sehen: Mehrere Baustellen, die einmal Hotels werden wollen, umringen einen riesigen Klotz von Casino. Da hilft nur Zuflucht suchen in einer der Höhlen, die sich weiter im Inneren des Parks befinden. Deren Stalaktiten werden durch Buddha-Statuen und Blumenopfer zu natürlichen Schreinen umgemünzt.
Eingeklemmt zwischen der Provinz Kampot und dem Meer trotz der ehemalige erste und berühmteste Badeort Kambodschas dem Verfall. Die einst luxuriösen, heute überwucherten Strandvillen Keps blicken mit leeren Augen auf die See. Trotzdem ist der Ort einen Ausflug wert. Der kleine Nationalpark wird von der einzigen Straße umrundet und ist eine wunderbare Wanderstrecke für einen Nachmittag. Der kleine Strand ist praktisch verlassen unter der Woche. Von hier können Sie außerdem in rund 20 Minuten auf die Haseninsel, Kohn Tonsay, übersetzen. Hier sind die Strände paradiesisch und ruhig. Tatsächlich haben lokale Urlauber das einstige Luxusresort wiederentdeckt und es werden Anstrengungen betrieben, auch westliche Reisende anzulocken. Wenn sie einen entspannenden Nachmittag erleben wollten, lohnt es sich also, hinzufahren, bevor die Massen zurückströmen.
Durch seine vielen Hügelketten gibt es in Kampot auch einige Höhlen zu besichtigen. Rund 40 Kilometer von der Hauptstadt in Richtung Vietnam finden Sie nach einer kleinen Wanderung die Höhle Kampong Trach, die Sie mit einer Taschenlampe erkunden können. Ein Highlight ist der unterirdische See. Also, Badesachen nicht vergessen. Phnom Chhnork hat ebenso eine einmalige Innenausstattung. Die Überreste einer aus gemauerten Ziegeln bestehenden Ruine wird langsam aber sicher von den Stalagmiten und Stalaktiten verschlungen. Der Bau aus dem fünften Jahrhundert wird dem Volk der Funan zugeordnet.
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